„Wir müssen es einfach machen“

CVI-Bern Co-Präsident Lukas Heppler im Interview

Bern. Zehn Jahre nach der letzten Auflage eines internationalen Turniers in der Schweiz lockt das Nationale Pferdezentrum (NPZ) in Bern in diesem Jahr wieder nach Helvetia. Vom 14. bis 17. Mai – über Auffahrt – reist die Crème de la Crème der Voltigierszene in die Bundeshauptstadt. Für die Neuauflage des internationalen Großereignisses haben sich Athleten aus elf Nationen angemeldet. Die nationale Elite – darunter die Mannschaft Lütisburg und Simone Jäiser – ist komplett vertreten. Hinzu kommen zahlreiche Stars aus den führenden Voltigiernationen. Stefan Csandl aus Österreich gilt als Favorit bei den Herren, Vize-Weltmeisterin Anna Cavallaro aus Italien als Titel-Aspirantin bei den Damen. Das Turnier ist für die Schweizer Teilnehmer und einige andere Nationen zugleich Sichtung für die EM in Aachen und die Junioren-WM in Ermelo. Voltigierservice.de – Medienpartner des CVI Switzerland – sprach mit Lukas Heppler, dem Co-Präsidenten des Turniers.

Collage Heppler

Was ist das Besondere am CVI Switzerland 2015?

Ich denke eine Besonderheit ist, dass die großzügige Anlage, auf der das Turnier stattfindet, zugleich im „Herzen der Bundeshauptstadt Bern“ liegt. Nur zehn Minuten dauert der Transfer zwischen der Anlage und dem Stadtzentrum. Unser Ziel ist es, bei den Aktiven und Offiziellen einen Eindruck zu hinterlassen, der über die Grenze des Turniergeländes hinausgeht – etwa bei einem Stadtrundgang durch die Altstadt. Eine weitere Besonderheit ist, dass das Turnier exakt zum zehnjährigen Jubiläum des CVI Bern 2005 ausgetragen wird, welches am selben Ort stattfand.

Wie kam es zu diesem Schritt?

Der Auslöser war unsere Kandidatur für die Schweizermeisterschaften 2015. Die Schweizermeisterschaften finden traditionell nur an einem Tag statt. Unser Konzept sah eine Schweizermeisterschaft an zwei Tagen vor, da dies die Möglichkeit bietet, den Sport attraktiver zu präsentieren. Die CH-Meisterschaft wird nach urschweizerischer Tradition an der Hauptversammlung aller Vereinsvertreter durch Abstimmung per Handzeichen vergeben. Da unser Konzept einer zweitägigen Schweizermeisterschaft vorwiegend bei den Vereinen in der höheren Leistungsliga gut ankam und es außerdem noch zwei weitere starke Gegenkandidaturen gab, rechneten wir im Vorfeld bereits damit, dass die Abstimmung zu unseren Ungunsten ausfallen würde. Für uns kam aber weder eine Vertagung ins nächste Jahr, noch ein normales nationales Turnier als Ersatz, in Frage. Die Infrastruktur bei uns in Bern ist prinzipiell sehr gut ausgelastet. Damit sich die Miete der Anlage „finanziell lohnt“, benötigt der Event eine kritische Größe – was wir erst ab dem Niveau einer Schweizermeisterschaft als gegeben betrachteten. Wir hatten zudem nach zehn Jahren endlich wieder ein Team zusammen, das motiviert war und die Rahmenbedingungen für einen Event waren bereits gelegt. Deshalb entschieden wir uns im Vorfeld für die Flucht nach vorne, statt den Kopf in den Sand zu stecken. Wir zogen die Kandidatur zurück und entschlossen ein internationales Turnier auszurichten. Dieser Entscheid – im Februar 2014 – diente als Startschuss für unsere Vorbereitungen

Sie sind Co-Präsident und gleichzeitig selbst aktiv im Zirkel unterwegs. Wie gehen Sie mit Ihrer Doppelfunktion und Doppelbelastung um?

Aus diesem Grund teile ich mir das Amt als Co-Präsident mit Gabie Laffer. Sie hat eine Tochter, die selber voltigiert, und war bereits an der Organisation von zahlreichen Events dieser Größe beteiligt. Sie bringt somit sehr viel Erfahrung und wichtige Connections mit. Ich für meinen Teil konnte Inputs von den CVIs einbringen, an denen ich selber gestartet bin und vielleicht war auch der Draht zu den aktiven ausländischen Voltigierer/-innen wichtig, um sie für einen Start in Bern zu motivieren. Zusammen ergab dies eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit. Während des Turniers hat Gabie das Oberkommando und ich halte mich aus Gründen der Fairness aus den Entscheidungen, die den sportlichen Teil des Turniers betreffen, heraus. Es gibt natürlich immer noch viel drum herum zu erledigen und ich glaube kaum, dass mir langweilig werden wird. Gerade bei der ersten Austragung nach so langer Zeit können ja bekanntlich noch Anfangsschwierigkeiten auftreten. Wir denken aber, wir sind gut organisiert und die Vorbereitungen laufen nach Zeitplan und wir freuen uns deshalb auf den Event. Klar wird es mit der Doppelbelastung sicherlich das stressigste CVI, an dem ich je gestartet bin. Aber wenn es nach zehn Jahren wieder ein CVI in der Schweiz gibt und noch dazu auf der Anlage, in der ich selber trainiere, kann ich mir das schlecht entgehen lassen.

Zur Information für alle auswärtigen Teilnehmer: Was genau ist die EMPFA Anlage und was zeichnet sie aus?

Die EMPFA war die Eidgenössische Militärpferdeanstalt, also die Reitschule der Armee. Seit 1997 ist sie privatisiert und als Genossenschaft unter dem Namen Nationales Pferdezentrum Bern organisiert. Das NPZ Bern ist in der Schweiz DAS Kompetenzzentrum für die Ausbildung von Pferden, Reitern und Offiziellen und beherbergt im Durchschnitt über 200 Pferde.

Wie lauten die Erwartungen für den Wettkampf?

In erster Linie erhoffen wir uns ein unfallfreies Turnier und dass das Turnier bei allen Aktiven, Zuschauern und Offiziellen als gutes Erlebnis in Erinnerung bleiben wird. Wir denken, dass es dem schweizerischen Voltigiersport hilft, wenn wieder internationale Turniere in der Schweiz stattfinden. Das Medieninteresse ist durch Einzelleistungen wie zum Beispiel von Patric Looser, dem Team Lütisburg und Simone Jäiser in den letzten Jahren stetig gewachsen. Dieses Wachstum möchten wir mit unserem Event zusätzlich ankurbeln, um der Sportart weiter Auftrieb zu verleihen. In den letzten Jahren hatte es immer Stimmen gegeben, die sagten „Man sollte mal wieder“. Aber ich denke, ein Hauptproblem war immer, dass sich nur wenige Anlagen in der Schweiz für ein solches Unterfangen eignen und auch das finanzielle Risiko eines so großen Anlasses für einen einzelnen Verein schwer zu tragen ist. Ich glaube, in der Schweizer Voltigierszene hat man immer darauf gewartet, dass jemand hin steht und sagt „Ich mach es“. Als es sich abzeichnete, dass unsere Kandidatur für die Schweizermeisterschaften keinen Erfolg haben wird, kamen wir zur Überzeugung, dass „wir es machen müssen“ und dass wir die Infrastruktur und das Personal haben, um es durchzuziehen. Da viele schon bei der Organisation des CVI Bern 2005 mit dabei waren, stieß diese Idee schnell auf breite Zustimmung.

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TANZ. PFERD. MUSIK. – DIE Kombination aus Voltigieren und Livemusik.

Der neue und einzigartige Showact verbindet die turnerische Leichtigkeit der Top-Voltigiererin Kristina Boe und die hochemotionalen Songs des deutsch-italienischen Musikers Nevio.

Wie keine andere steht Kristina Boe für Kreativität, Ausdrucksstärke und Eleganz auf dem Pferderücken. Seit Jahren turnt sie nicht nur an der Spitze des deutschen Voltigiersports, sondern vertritt ihr Land auch erfolgreich bei internationalen Wettkämpfen. Kristina Boe, Silbermedaillengewinnerin bei den Deutschen Meisterschaften 2013, Silbermedaillengewinnerin beim CVI*** in Katar 2014 und unter den Top 5 Europas bei der EM 2013 ist derzeit die erfolgreichste deutsche Voltigiererin.

Seit Nevio erste Berührungen mit dem Pferdesport hatte, lässt ihn die Idee einer kreativen Zusammenarbeit nicht mehr los. Geradezu maßgeschneidert ist die Musik des gefühlvollen Sängers für die rhythmischen Bewegungen auf dem galoppierenden Pferd. Mit der bevorstehenden Veröffentlichung seines neuen, vierten Studioalbums könnte der Zeitpunkt kaum besser sein, dieses Konzept in die Tat umzusetzen. Nevio – Comet-Gewinner, zweifacher Echo-Nominierter als bester Newcomer und bester Künstler, Gewinner des bayerischen Musiklöwen und zweifach für seine bisherigen Alben mit Gold ausgezeichnet – ist einer der beliebtesten Sänger Deutschlands, Österreichs und der Schweiz.

Eine Voltigierdarbietung als Konzert – das gab es bisher noch nie!

Lassen Sie uns Ihr Publikum mit TANZ. PFERD. MUSIK. verzaubern!

Weitere Informationen zu Kristina Boe: www.facebook.com/kristinaboeofficial

Weitere Informationen zu Nevio: www.nevio.tv und www.facebook.com/nevio.offical

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Patric Looser – der Prinz aus Köln

Köln. Im Februar 2012 beendete Voltigierstar Patric Looser (29), der bei den Weltreiterspielen in Kentucky sensationell Gold holte, im Alter von nur 27 Jahren in Bordeaux seine herausragende Karriere mit dem zweiten Gesamtsieg im Weltcup. Derzeit steht der Ausnahmekönner erneut im Zirkel der Winter-Serie – diesmal allerdings an der Longe. Unterdessen leitet der Rotschopf aus St. Gallen, der seinen Lebensmittelpunkt auf unbestimmte Zeit nach Deutschland in die Rheinmetropole Köln verlagert hat, eine 18 Mann starke Industriemontage-Firma im Chempark Leverkusen sowie den eigens gegründeten Votigier-Verein Köln-Dünnwald. Die Schützlinge von Looser holten jüngst bei den Deutschen Meisterschaften zwei von vier möglichen Titeln. Für das Portrait auf Voltigierservice.de spricht Patric Looser über seine große Liebe Vera (die er in Ungarn eroberte), sein Erfolgspferd Record (das mittlerweile wieder in Ungarn steht), sein neues Pferd Danny Boy, seine Reisen als Voltigier-Botschafter nach Asien, seine Rolle in der Kölner Prinzengarde – und sein (Kurzzeit-)Comeback anno 2014 in Doha.

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