Dortmund: Simone Jäiser beendet Karriere beim Weltcup-Finale!

Amtierende Europameisterin aus der Schweiz sagt Goodbye beim SIGNAL IDUNA CUP

„Ja, ich starte!“ – Aus dem Munde von Simone Jäiser aus der Schweiz ist das eine fantastische Nachricht für alle Voltigier-Fans. Denn die amtierende Europameisterin im Einzelvoltigieren gibt sich ein allerletztes Mal in ihrer Karriere die Ehre – bei dem Highlight der Pferdeakrobaten in diesem Frühjahr, dem FEI World Cup Final in den Westfalenhallen in Dortmund vom 3. bis 6. März 2016.

Dass die Queen der dynamischen Übergänge beim Showdown der Saison 2015/16 noch einmal aufläuft, ist alles andere als selbstverständlich. Denn eigentlich hatte Jäiser für besagtes Wochenende bereits den Umzug ihres eigenen Reit- und Voltigiervereins geplant. Lange stand Wien Anfang Februar als finale Etappe der Winter-Serie zur Debatte. Als das gesamte Event abgesagt wurde, hingen die Pferdeakrobaten lange Zeit in der Luft.

Doch dann sprang Dr. Caspar Funke mit der Escon Marketing GmbH in Kooperation mit der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) ein – und ermöglichte den Voltigierern ihr Finale in Dortmund. Doch zu diesem Zeitpunkt hatte Jäiser mit ihrem Club Harlekin schon die aufwendigen Umzugs-Pläne geschmiedet.

Als Dortmund dann als Austragungsort feststand, wurde in Zürcher Land umorganisiert, der Umzugstag eine Woche vorverlegt. Und nun gibt Jäiser als eine der Favoritinnen in den Westfalenhallen ihren emotionalen Abschied – Gänsehautmomente sind vorprogrammiert.

„Den Umzug haben wir bereits recht gut vorbereitet. Viele Schränke sind schon leer und alles, was bereits abmontiert werden konnte, ist abmontiert. Unser Stall gleicht fast einem Geisterstall. Ein Dutzend Leute helfen in jeder freien Minute“, berichtete Jäiser in dieser Woche, die am Wochenende bei einer Voltigiertagung in Altleiningen zudem als Star-Gast und Coach auftreten wird.

Bleibt bei all den Aufgaben – „nebenbei“ arbeitet die 29-Jährige auch noch in der Geschäftsleitung bei ihrem Lebensgefährten Markus Aebi in der Interhorse Schweiz AG – noch Zeit für das Training? „Mein Fokus ist zur Zeit sehr stark auf den Umzugsplanungen und in deren Vorbereitungen. Mit dem vielen Heu und Stroh laden und abladen halte ich mich aber quasi mit Öko-Fitness fit“, scherzt Jäiser.

Die Fans brauchen sich also keine Sorgen um die Kür-Programme machen? „Im Training selber habe ich den großen Vorteil, dass das komplette Pflicht-, Technik- und neue Kürübungen-Training wegfällt und ich mich nur auf die bestehende Kür konzentrieren kann. Da ich diese bereits seit einem Jahr turne, sitzen die Elemente und ich fühle mich sehr sicher in den einzelnen Übungen und Übergängen. Auch die Musik kenne ich in- und auswendig und kann die Übung gut durchziehen.“

Also zum Karriere-Ende der erste Weltcup-Gesamtsieg? „Mein Ziel ist, das Bestehende aufrechtzuhalten. Ich lerne nichts Neues mehr dazu und will es gar nicht groß besser machen, als zum Beispiel in Leipzig, sondern das Programm dreimal auf den Punkt bringen. Wenn mir das gelingt, bin ich sicher gut im Rennen. Mein Ziel für diesen letzten Start ist es einfach, mein Programm noch ein letztes Mal so richtig zu geniessen und die ganze Kraft, Power und Eleganz zum Ausdruck zu bringen. Ich freue mich sehr auf diesen Start, aber auch auf die Zukunft, mit mehr Reiten, Trainings leiten und der ganzen Herausforderungen des neuen Stalles. Ich bin sehr gespannt, was die Zukunft so alles bringt.“

Und wie wird es mit Ihrem Erfolgspferd Luk weitergehen? „Mit Luk ein letztes Mal zu starten, ist nicht so eine große Verabschiedung, da ich ihn in Zukunft weiterhin sehr oft unter dem Sattel haben werde und wer weiß, vielleicht auch einmal an der Longe. Er ist ja im besten Alter und läuft bereits mit weiteren Einzeln und Pas-de-Deux aus unserem Verein im Training.“

Wer begleitet Sie nach Dortmund? „Natürlich wie immer meine Mutter Rita Blieske an der Longe, mein Freund Markus und unsere Helferin Ellen. Auch mein Vater und meine Voltigiererin Nina, die bereits nach Mechelen mitreiste, sind dabei. Dazu kommen sehr viele Voltis aus dem Verein und der ganzen Schweiz, wo ich immer wieder höre, dass sie auch eine Reise nach Dortmund planen. So ganz genau weiss ich das aber gar nicht, ich lasse mich überraschen.“

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