Manfred Rebel : „Eine Frage der Motivation“

Österreichs Bundestrainer Manfred Rebel: "Für einen jungen Sportler ist ein Jahr Wartezeit eine lange Zeit, noch dazu ohne Garantie, ob man im nächsten Jahr fit ist. Für mich ist das also letztlich eine Frage der Motivation, die ich nicht rauben will."

Interview: Der Österreichische Bundesreferent Manfred Rebel zum Streitthema der Championats-Nominierungen

Die EM-Nominierungen in diesem Jahr waren ein beherrschendes Thema vor und während der kontinentalen Titelkämpfe in Ebreichsdorf. Dass Deutschland erstmals in seiner Voltigier-Historie das mögliche Kontingent an Championats-Teilnehmern nicht ausschöpfte und nur jeweils zwei anstatt drei Damen und Herren in den Einzel-Wettbewerben ins Pferdesportzentrum Magna Racino entsandte, stieß auf Verwunderung, teils auch Kritik in der Szene.

„Das Ziel des DOKR ist es, in allen Disziplinen Medaillen zu gewinnen. Das ist unser Anspruch“, erläuterte und begründete Dr. Dennis Peiler, der FN-Geschäftsführer Sport und Geschäftsführer des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR), die Sachlage (voltigierservice.de berichtete). Er sprach sich klar gegen einen „Championats-Tourismus“ aus. „Die Messlatte hängt sehr hoch“, unterstrichen Bundestrainerin Ulla Ramge und Disziplintrainer Kai Vorberg. Wir sprachen zu diesem Thema nun auch mit Manfred Rebel, dem österreichischen Bundesreferenten für den Voltigiersport.

Voltigierzirkel: Dass nicht das volle Kontingent an möglichen Teilnehmern aus Deutschland ausgeschöpft wurde, stieß bei vielen Außenstehenden auf Unverständnis. Wie sehen Sie die Sachlage?

Manfred Rebel: Zunächst erlaube ich mir die Feststellung, dass ich mich weder in die Belange anderer Nationen einmischen möchte, noch steht es mir zu, über deren Vorgehensweise zu urteilen. Mein Interesse besteht nur darin, Ihre Fragen aus meiner Sicht zu beantworten.

Wie verfährt Österreich, wie verfahren Sie mit den Nominierungen?

Meine Leitlinie lautet: Als Funktionär sollst du dem Sportler „ermöglichen“, nicht „verhindern“. Österreich entsendet daher nach personeller Möglichkeit immer „voll“. Wenn wir also zum Beispiel im Senior-Wettbewerb der Herren nur zwei Vertreter (Stefan Csandl und Lukas Wacha, Anm. d. Red.), oder im Junioren-Pas-de-Deux nur ein Paar (Sandrine Flicker und Heike Hulla) nominieren, dann hatten wir einfach keine weiteren Sichtungsteilnehmer oder verletzungsbedingte Aufgaben.

Welche Bedingungen, Vorqualifizierungen oder Wertnoten müssen die Voltigierer in Österreich erbringen, um an einem Championat teilnehmen zu dürfen?

Zunächst natürlich die Qualifikationen des Reitsport-Weltverbandes FEI. Des Weiteren die Teilnahme an den beiden vorgeschriebenen Sichtungsturnieren, wobei bei zumindest einem Turnier auf dem Championatspferd gestartet werden muss. Eventuelle Ausnahmen werden individuell im Ausschuss erteilt. Bei den World Equestrian Games (WEG) in Kentucky 2010 wurden die WM-Kosten nicht von meinem Sportbudget, sondern mit einem ausgelagerten Sonderbudget des Verbandes finanziert. Hier gab es die Vorgabe an die Referenten, geeignete verschärfte Kriterien einzuziehen, damit das Team finanziert werden kann. Meine sportliche Qualifikations-Vorgabe wurde vom Sportdirektor akzeptiert und lautete: Das realistische Erreichen des Finaldurchganges. Damit war aber wieder eine komplette Entsendung möglich.

Den kompletten Artikel lesen Sie / lest Ihr in der Ausgabe 04/2013 des Aktuellen Voltigierzirkels. Das Fachmagazin des Voltigiersports
kann hier abonniert werden: www.voltigierzirkel.de.

Text & Foto: Daniel Kaiser

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