Triple für Deutschland

Historischer Triumph für Schwarz-Rot-Gold: Die Weltcup-Titel 2018 gehen an Kristina Boe, Theresa-Sophie Bresch / Torben Jacobs und Jannis Drewell

Dortmund. Beim ersten Höhepunkt einer langen Saison – die gekrönt wird mit den Weltreiterspielen in Tryon / USA im September – konnten die Voltigierer aus Deutschland einen historischen Triumph einfahren. Beim Weltcup-Finale in den Dortmunder Westfalenhallen sicherten sich die Schützlinge von Bundestrainerin Ulla Ramge und Disziplintrainer Kai Vorberg erstmals in der Geschichte der Serie und als bislang einzige Nation die Titel in allen drei Kategorien. Die Hamburgerin Kristina Boe beendete dabei ein Leidensweg, Jannis Drewell aus Gütersloh verteidigte auf unbekanntem Terrain und Theresa-Sophie und Torben Jacobs aus Köln wurden ihrer Favoritenrolle gerecht.

Vor allem bei Kristina Boe war der Sieg eine Befreiung. Erstmals seit der Premieren-Saison 2010/2011 eroberte wieder eine deutsche Teilnehmerin den Thron. Dabei konnte die 30-Jährige den Erfolg erst im dritten Dortmunder Anlauf einfahren. In den beiden Vorjahren hatte sich die Unfall-Chirurgin jeweils mit Rang zwei zufrieden geben müssen. Als Schrottsammlerin Rey aus dem Science-Fiction Epos Star Wars spielte sie ein letztes Mal auf dem Rücken ihres Pferdes Don de la Mar an der Longe von Winnie Schlüter ihr Können aus. Der Lohn: Ihr erster Gesamt-Sieg. „Das war ein Abschluss, den ich mir für diese Kür nicht besser hätte wünschen können. Es hat fast alles funktioniert, wir haben uns unglaublich wohl gefühlt im Zirkel“, sagte Boe, die am Ende auf 8,791 Punkte kam. Platz zwei (8,558) ging – trotz eines Sturzes im finalen Umlauf – an die Schweizerin Nadja Büttiker. Corinna Knauf aus Köln landete bei ihrem ersten Finale direkt auf Platz drei (8,333).

Auch das Finale im Pas-de-Deux brachte ein deutsches Happy-End. Theresa-Sophie Bresch und Torben Jacobs vom Team NORKA des VV Köln-Dünnwald sorgten für den dritten deutschen Trumph in der Weltcup-Geschichte dieser Disziplin. Den zweiten hatte Jacobs im Jahr 2016 mit seiner damaligen Partnerin Pia Engelberty eingefahren. Nun gelang dem 26-jährigen Medizinstudenten als erstem Athleten überhaupt das Meisterstück, den Weltcup mit zwei unterschiedlichen Partnerinnen zu gewinnen. Das Bundeskader-Team wurde vom 14-jährigen deutschen Sportpferd Holiday on Ice sowie Longenführerin Alexandra Knauf komplettiert und kam auf insgesamt 8,337 Punkte. Auf den weiteren Rängen folgten die Schweizerinnen Zoe Maruccio und Syra Schmid (7,82) sowie Marina Mohar und Céline Hofstetter (7,327). Die Lokalmatadoren Jolina Ossenberg-Engels und Timo Gerdes aus Altena stürzten im ersten Umlauf zwei Mal, kämpften sich aber vor allem moralisch mit Platz zwei des Finaltages zurück und beendeten den Showdown auf Platz vier.

Zum Abschluss am Sonntag sorgte Titelverteidiger Jannis Drewell bei den Herren für schwarz-rot-goldene Glückseligkeit. Sein Routinier Diabolus hatte zunächst den Vet-Check nicht passiert. Daraufhin stellte Gesa Bührig, die mit Viktor Brüsewitz nach Dortmund gereist war, ihren 12-jährigen Mecklenburger Schimmel Claus zur Verfügung. Drewell siegte schließlich in beiden Wertungsumläufen mit der Gesamtnote 8,797. Damit konnte er als bislang einziger deutscher Einzelvoltigierer seinen Weltcup-Titel verteidigen und zieht nun mit zwei Siegen mit dem Schweizer Patric Looser (2011 und 2012) gleich. „Ich danke Gesa von ganzem Herzen. Claus ist ein tolles Pferd und wir sind von Anfang an gut miteinander zurechtgekommen. Meine Leistung war nicht perfekt, aber ich bin glücklich und stolz, hier gute Küren gezeigt zu haben“, sagte Drewell. Auf Rang zwei folgte der Franzose Clément Taillez (8,723). Warm-Up-Sieger Jannik Heiland kam wie schon im Vorjahr auf Platz drei (8,57). Der „Verlierer“ des Finals war der Schweizer Lukas Heppler auf Platz fünf. Der Top-Favorit hatte in beiden Druchgängen kleinere Unsauberkeiten, die ihm diesmal eine vordere Platzierung kosteten, obwohl er von der Wertnote her nur knapp hinter der Spitze blieb.

Mit ihren drei Titeln konnten die schwarz-rot-goldenen Athleten ihre Führung in der ewigen Weltcup-Bilanz weiter deutlich ausbauen. Nach acht Auflagen führen die Vertreter des Bundesadlers nun mit insgesamt acht Titeln deutlich vor Italien (4) sowie Frankreich und der Schweiz (jeweils 3). „Wir haben hier in Dortmund ein Finale auf hohem Niveau und eine tolle Veranstaltung mit fantastischem Publikum erlebt. Ab nächster Woche beginnt für uns nun die Vorbereitung auf Tryon“, gab Bundestrainerin Ulla Ramge zu Protokoll.