Weltcup-Finale Dortmund – Im Portrait: Carola Sneekes (NED)

Dortmund (VoltigierService). Das FEI Weltcup-Finale der Voltigierer kehrt zurück zum SIGNAL IDUNA Cup nach Dortmund. Nach den erfolgreichen Showdowns in den Jahren 2016 und 2017 werden die weltbesten Pferdeakrobaten beim letzten Akt der Winter-Weltmeisterschaft vom 22. bis 25. März 2018 erneut ihre Sieger in den drei Kategorien Damen, Herren und Pas-de-Deux küren.

Nur die besten sechs Damen und Herren sowie die höchstplatzierten vier Doppel-Paarungen der sechs vorangegangenen Qualifikations-Turniere (Madrid, Paris, Salzburg, Mechelen, Leipzig, Offenburg) dürfen die Reise in die westfälische Metropole – seit jeher eine Hochburg des Voltigiersports – antreten.

Wir stellen die Teilnehmer vor. Heute: Carola Sneekes.

Unverhofft kommt oft: Die Niederländerin Carola Sneekes, die sich mit einem dritten Platz in Paris und Rang zwei in Mechelen für das Weltcup-Finale qualifiziert hatte, musste zunächst aufgrund einer Trainingsverletzung am Knie ihre Teilnahme in Dortmund zurückziehen. Erst vor zwei Tagen erhielt die Nummer 25 der Weltrangliste von ihrem Arzt die Erlaubnis, den Weg in die westfälische Metropole anzutreten. Vorgestern kam dann auch von Seiten der FEI die Startgenehmigung, da die eigentlichen Nachrücker von Sneekes ihrerseits nicht starten konnten.

Nun also steht die 32-Jährige – und damit älteste – Athletin dieses Weltcup-Turniers vor ihrer dritten Final-Teilnahme. Bereits 2013 hatte sie das Finale in Braunschweig mit Rang fünf abgeschlossen. 2015 im österreichischen Graz wiederholte sie diesen Erfolg im Einzel und sicherte sich zudem mit ihrer Schwester Esther im Pas-de-Deux den zweiten Platz. Die Pferdeakrobatin aus dem Küstenort Callantsoog in der Provinz Nordholland, die 1999 mit dem Voltigiersport begonnen hat, blickt bereits auf eine erfolgreiche Laufbahn zurück. Die Medizinstudentin (an der freien Universität von Amsterdam) landete 2008 bei der WM im tschechischen Brno auf Rang 23. Im Laufe der Jahre verbesserte sie sich immer weiter und erzielte bei den globalen Titelkämpfen in Le Mans im Jahr 2016 mit Rang 14 ihr bislang bestes WM-Resultat. Die EM im österreichischen Ebreichsdorf beendete die Kürspezialistin, die auch eine Leidenschaft für das Dressurreiten hat, im Vorjahr auf Rang 17. Mit der Mannschaft kam sie bei diesem Championat sogar auf Rang fünf. 2017 gewann Sneekes – deren Zwillingsschwester Cindy ebenfalls viele Jahre auf internationaler Ebene voltigierte – das CVI im englischen Rugby. Dass Sneekes das Weltcup-Finale als 5. des Qualifikations-Rankings bestreiten kann, ist für sie eine große Ehre – aber auch eine Herausforderung. Denn mit ihrem Pferd Safari H bildet die Niederländerin – gemeinsam mit ihrer Mutter und Longenführerin Marjo Sneekes – erst seit der letzten Saison eine Einheit. „Ich habe nicht erwartet, dass ich mich überhaupt für die Weltcup-Serie qualifizieren würde“, verrät sie. Um die 13-jährige Oldenburger Stute kümmert sie sich seit April 2017. „Sie ist wundervoll, aber es fehlt ihr an Erfahrung, so dass sie in der vergangenen Saison bei den Wettkämpfen oft ziemlich verängstigt war. Aber sie gewinnt nun immer mehr Selbstvertrauen und wir werden jedes Mal ein besseres Team. Wir waren beim Weltcup angetreten, um Erfahrung für Safari zu sammeln. Am Ende lief es unerwartet gut. Dortmund ist wirklich ein Traum, der wahr geworden ist.“

Ihre große Stärke sieht Sneekes in ihrer Passion für den Sport: „Ich liebe das Voltigieren einfach und habe ein ganz starkes Team um mich herum. Wir haben viel Spaß bei jedem Training. Und wir haben auch nur das Ziel, Spaß an dem zu haben, was wir tun. Ich trainiere Safari auch außerhalb des Voltigierens, also kenne ich sie sehr gut. Wir sind dieses Jahr ohne Erwartungen angegangen. Da wir Safari nicht hetzen wollten, habe ich fast die gleiche Kür wie im vergangenen Jahr geturnt. Das bedeutet, dass ich für das Pferd sehr sauber und weich sein kann und dadurch habe ich keine großen Abzüge in meinem technischen Ergebnis“, berichtet die Voltigiererin, die sich den Titel der Niederländischen Meisterin im Einzelvoltigieren in den vergangenen elf Jahren (!) sichern konnte. Den Mannschafts-Titel gewann sie zudem in den vergangenen vier Jahren, den nationalen Pas-de-Deux-Triumph konnte sie mit ihrer Schwester Esther fünf Jahre in Folge einfahren.

Die bisherige Weltcup-Saison 2017/18 hat Sneekes in vollen Zügen genossen. „In Paris lief es unerwartet gut. Ich hatte mich dazu entschieden, meine geplante Kür für 2018 zu turnen, weil ich wissen wollte, was die Richter davon halten würden, und ich dachte, ich hätte keine Chance, mich für das Finale zu qualifizieren. Also gingen wir ganz entspannt rein und das war fantastisch. Nach Mechelen sind wir dann mit mehr Zuversicht gefahren, so dass sich der Wettbewerb ganz anders anfühlte. Aber es gab viele Freunde, die extra kamen, um mich anzufeuern. Deshalb war es auch ein sehr besonderes Turnier.“

An das Weltcup-Finale beim SIGNAL IDUNA CUP geht Sneekes nun mit nicht allzu hohen Erwartungen. Aufgrund ihrer Knieverletzung im Januar konnte sie fast zwei Monate lang nicht trainieren. “Natürlich habe ich mein normales Konditions-Training weitergemacht, so dass meine Kraft und meine Flexibilität immer noch in Ordnung sind, aber ich konnte kein Training auf dem Pferd absolvieren. Die Ärzte sagten mir, dass ich jetzt ohne Risiko fahren kann, also ist der Wettkampf in Ordnung, aber mein Knie schmerzt immer noch leicht. Deshalb habe ich meine Kür ein wenig angepasst und probiert, einige schwierigere Elemente herauszunehmen, für die ich mehr Zeit zur Regeneration brauche. Es ist natürlich nicht die beste Strategie, aber derzeit für mich die einzige Möglichkeit, mit der ich teilnehmen kann. Und ich liebe Voltigieren so sehr, dass ich diesen Wettkampf unbedingt nicht verpassen wollte.” Die Zielsetzung lautet nun: “Ich möchte den Wettkampf genießen, eine gelungene Kür zeigen und Safari soll sich wohl fühlen.”

Stolz ist sie darauf, mit ihrer Mutter als Longenführerin einlaufen zu können, die sie seit acht Jahren trainiert. “Sie ist die engagierteste Person, die ich kenne und ist immer für mich und meine Schwestern da.” Über ihr Pferd, das ihr von Besitzerin Silke Erdweg zur Verfügung gestellt wird, sagt Sneekes: “Sie ist natürlich das süßeste Pferd der Welt, aber sie ist auch eine Stute und mag es, wenn die Dinge so laufen, wie sie es will.”
Über ihre Kür berichtet Sneekes: “Mein Thema ist der “Klang der Stille”. Ich habe langsame Musik ausgewählt, da Safari bei Turnieren bislang oft Angst hatte und langsame Musik ihr am besten liegt. Es ist schwer zu sagen, worum es in dem Song geht, aber ich interpretiere ihn als eine Geschichte über jemanden, der eine schwere Zeit hatte, vielleicht deprimiert war und jetzt wieder gesund ist und auf diese Zeit zurückblickt und viel über sich selbst gelernt hat. Für mich ist es ein hoffnungsvoller Song mit viel Integrität.”

Über ihre Verletzung berichtet Sneekes: “Ich war beim Training und machte einen einfachen Bodensprung. Es war eigentlich nur eine Rolle auf der Innenseite des Pferdes. So etwas mache ich fast bei jedem Training mindestens einmal und kann sagen, dass ich in dieser Übung ziemlich erfahren bin und eigentlich nichts schief gehen kann. Ich bin dann auch nicht hingefallen und habe mir soweit ich weiß nichts verdreht. Aber in dem Moment, in dem ich mit dem Fuß den Boden berührte, schmerzte plötzlich mein Knie. Ich konnte es nicht mehr bewegen, weder stehen noch gehen. Es war dann auch sehr geschwollen und als ich das sah, wurde mir klar, dass das etwas Ernstes sein könnte. Also ging ich zum Arzt. Es stellte sich heraus, dass ich den Oberschenkelknochen sowohl am Oberschenkel als auch am Schienbein geschädigt hatte, mein Meniskus dazwischen eingeklemmt war und der Knorpel auf dem Patellarücken nicht mehr am Knochen befestigt war. Aber glücklicherweise waren alle Bänder noch in Ordnung, also ist mein Knie völlig stabil und die Ärzte haben mir sofort gesagt, dass ich wieder voltigieren kann, es aber wird wohl insgesamt vier bis zwölf Monate dauern wird, bis es endgültig geheilt ist und nicht mehr weh tut. Ich konnte mein Knie am Anfang nicht beugen oder strecken, aber ich bekam eine Menge Physiotherapie, um mobil zu werden und in den letzten Tagen wurde es langsam besser. Ich erhielt dann die Erlaubnis, eine Woche vor Beginn des Weltcup-Finals wieder Voltigieren zu können.“

Zahlen & Fakten
Der SIGNAL IDUNA Cup in Dortmund 2018 ist Austragunsort des 8. Weltcup-Finals (5. Weltcup-Finale im Pas-de-Deux);
Vorjahres-Sieger: Silvia Stopazzini und Lorenzo Lupacchini (ITA); Anna Cavallaro (ITA); Jannis Drewell (GER/Gütersloh);
erste Weltcup-Saison wurde 2011 mit dem Finale in Leipzig beendet, Siegerin damals: Simone Wiegele vom RSV Neuss-Grimlinghausen (erste und bislang einzige deutsche Titelträgerin), Patric Looser (SUI) – jetzt Trainer und Longenführer im Voltigierverein Köln-Dünnwald;
erstes Weltcup-Saison im Pas-de-Deux: 2013/14 mit Finale in Bordeaux – Premieren-Sieg für Jasmin Lindner und Lukas Wacha (AUT);
Weltcup-Finale wurde bislang viermal in Deutschland ausgetragen (Leipzig 2011, Braunschweig 2013, Dortmund 2016 und 2017), zweimal in Bordeuax / FRA (2012 und 2014) und einmal in Graz / AUT (2015);
die meisten Weltcup-Siege in allen Disziplinen konnte bislang Deutschland einfahren (5), gefolgt von Italien (4), Frankreich und Schweiz (jeweils 3), Österreich (2) und Großbritannien (1).

Zeitplan Weltcup-Finale Dortmund 2018

Das „FEI World Cup Vaulting Final“ in Dortmund beginnt am Donnerstag, dem 22. März 2018 mit dem Warm-up. Am Freitag (23.03.) findet der erste Durchgang aller Disziplinen statt, am Samstag (24.03.) folgen die Finalrunden der Damen und im Pas-de-Deux. Das Finale der Herren ist für Sonntag (25.03.) geplant.

Donnerstag, 22. März 2018
16.30 Uhr – FEI World Cup VaultingTM Final – Warm up – Damen
17.00 Uhr – FEI World Cup VaultingTM Final – Warm up – Herren
17.30 Uhr – FEI World Cup VaultingTM Final – Warm up – Pas-de-Deux
Freitag, 23. März 2018
19.30 Uhr – FEI World Cup VaultingTM Final – 1. Umlauf – Damen
20.00 Uhr – FEI World Cup VaultingTM Final – 1. Umlauf – Herren
20.30 Uhr – FEI World Cup VaultingTM Final – 1. Umlauf – Pas-de-Deux
Samstag, 24. März 2018
11.00 Uhr – FEI World Cup VaultingTM Final – 2. Umlauf – Damen
11.45 Uhr – FEI World Cup VaultingTM Final – 2. Umlauf – Pas-de-Deux
Sonntag, 25. März 2018
11.00 Uhr – FEI World Cup VaultingTM Final – 2. Umlauf – Herren

Medien-Partnerschaft & Tickets
VoltigierService – betrieben von im|press|ions – wird das Finale in Dortmund als Medienpartner der Escon Marketing GmbH begleiten und die Fans bereits im Vorfeld mit stets aktuellen News, Informationen und Spezial-Aktionen auf dem Laufenden halten. VoltigierService bietet seinen Fans zudem exklusive Tickets mit 20 Prozent Rabett für die Voltigier-Veranstaltungen.

Online-Bestellung unter: www.voltigierservice.de

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